Welches Holz eignet sich für welchen Zweck?

Holz ist nicht gleich Holz. Weltweit gibt es an die 25.000 Hölzer, von denen circa 1.000 Holzarten aktuell in den verschiedensten Regionen der Erde gehandelt werden, so die Waldschutzorganisation PEFC. Angesichts dieser Bandbreite steht der Holzverwender vor einer schwierigen Entscheidung. Welches Holz eignet sich für welches Projekt? Wie dauerhaft und hart sind die einzelnen Hölzer? Welches Holz kommt aus der Region?

Die Buche: Buchenholz besticht durch seine Härte und Glätte und ist eines der gefragtesten Möbelhölzer. Auch in der Spielzeugproduktion kommt das freundliche Holz der Buche bevorzugt zum Einsatz. Durch eine sehr hohe Druckfestigkeit eignet sich das Holz ideal für den Gebrauch als Fussbodenbelag. Die homogene Struktur macht das Holz ausserdem zu einem sehr leicht zu verarbeitenden Holz, das mit allen handwerklichen und maschinellen Werkzeugen leicht und sauber bearbeitet werden kann. Besondere Erwähnung verdient, dass sich Buchenholz nach dem Dämpfen, neben dem Eschenholz, am besten von allen Laubhölzern biegen lässt. Die aus Buchenholz bestehenden und nach dem Prinzip des Biegeverfahrens produzierten Wiener Kaffeehaus-Stühle des deutschen Tischlermeisters Michael Thonet erreichten weltweite Berühmtheit.

Buchenwald

Buchenholz

 

Die Douglasie: Die Douglasie ist ein Nadelholzbaum und besitzt ausgesprochen gute techhnologisch-mechanische Eigenschaften sowie eine für Nadelhölzer gute natürliche Dauerhaftigkeit. Dadurch findet es häufig Verwendung als Bau- und Konstruktionsholz, vor allem für Fachwerkbauten, Balkone und andere Vorbauten. Weniger dauerhaft ist Douglasienholz jedoch im Kontakt mit der Erde oder bei anhaltend hoher Feuchtigkeit. Durch seine attraktive Farbgebung, ähnlich der Lärche, erhält das Holz der Douglasie im Aussenbereich zunehmend grössere Bedeutung in der flächenbildenden Verwendung für Wandbekleidungen sowie für Fassadenelemente und Haustüren. Auch im dekorativen Innenausbau findet es wegen seiner ausgeprägten Streifenzeichnung Verwendung.

Douglasienholz

Die Eiche: Das Holz der Eiche ist hart und schwer und zeichnet sich durch ausgezeichnete Festigkeitseigenschaften und einen hohen Abriebwiderstand aus. Aufgrund seiner Beständigkeit ist es hervorragend als Bauholz geeignet. Über viele Jahrhunderte spielten Fundamente aus Eichenholzpfählen eine wichtige Rolle – ganze Städte wie Venedig und Amsterdam stehen zu großen Teilen auf Pfahlrosten aus Eiche. Eichenholz gilt als edel und wird meistens bei der Herstellung von dauerhaften Luxusmöbeln verwendet. Gleichermaßen beliebt ist das Holz der Eiche als Bautischlerholz für Innenausbauten, Rahmenwerke, Türen, Fenster, Treppen und Parkett- sowie Riemenböden. Eine besondere Nutzung des Eichenholzes ist die Herstellung von Bottichen, Fässern und Kübeln für Flüssigkeiten wie Cognac, Whiskey und Wein (Barrique), die zwecks Geschmacksverbesserung oft jahrelang in Eichenfässern reifen. Außerdem findet sich das Eichenholz bei Werkzeugen als Stil, bei Spielwaren, Verpackungs- und Transportkisten, landwirtschaftlichen Geräten oder Klavierteilen sowie als Glockenstühle in Kirchtürmen.

Eichenbaum

Die Fichte: Die Fichte ist in Deutschland, begründet durch ihr schnelles Wachstum, der Nutzholzlieferant Nummer Eins. Besondere Bedeutung kommt dem Fichtenholz in der Holzwerkstoff- sowie Papier- und Zellstoffindustrie zu. Durch sein günstiges Verhältnis von Gewicht zu Festigkeitseigenschaften und Verfügbarkeit eignet sich Fichtenholz hervorragend als Bau- und Konstruktionsholz. Ungeschützt oder unbehandelt ist es jedoch wenig witterungsfest und im direkten Kontakt mit dem Erdboden rasch vergänglich. Im Innenausbau wird Fichtenholz sowohl für Dachstühle, tragende Wände und Decken, als auch für Fußböden, Wand- und Deckenbekleidungen, Treppen und Einbaumöbel genutzt. Außerdem schätzt man es für den Bau von Saunakabinen. Für die Saunabänke kommen jedoch andere Hölzer zum Einsatz.

Fichtenwald

Fichtenholz

Die Kiefer: Die Kiefer ist ein Nadelholz. Das Holz der Kiefer ist in Deutschland wohl das am vielfältigsten eingesetzte Holz – gleichermassen als Konstruktions- und Ausstattungsholz. Im Bau- und Modernisierungsbereich dient Kiefernholz aufgrund seiner langen Haltbarkeit, der hohen Tragfähigkeit und der ansprechenden Farbe für Türen, Fenster und Fassadenelemente. Dank der guten Imprägnierbarkeit im Kesseldruckverfahren wird Kiefernholz auch gerne für Pfosten, Pfähle und Palisaden eingesetzt. Im Innenbereich ist die Kiefer nicht weniger beliebt und dient zur Verschalung, für Decken und Wände, aber auch für nicht übermässig stark beanspruchte Treppen und Fussböden.

Kiefernholz

Die Kiefer

Die Lärche: Die Lärche gehört zu den Kernholzbäumen mit ausgeprägtem Farbunterschied zwischen dem äusseren Splintholz und dem inneren Kernholz. Unter den einheimischen Nadelhölzern gehört das Holz der Lärche zu den schwersten und zugleich härtesten Hölzern. In der natürlichen Dauerhaftigkeit und Beständigkeit ist das Kernholz der Lärche allen anderen einheimischen Nadelhölzern überlegen und eignet sich für den Erd-, Brücken und Wasserbau. Lärchenholz stellt ein geschätztes Bau- und Konstruktionsholz sowohl für den Aussen- als auch Innenbereich dar und findet durch sein dekoratives Aussehen auch Verwendung als Ausstattungsholz. Im Haus- und Wohnungsbau wird das Holz der Lärche für Haustüren, Fenster, Garagentore, Fassadenelemente sowie für Verkleidungen von Dachüberständen oder Balkonen verwendet. Im Innenbereich wird Lärchenholz gerne für Küchenmöbel, aber auch für Parkett- und Dielenböden, Treppen und Decken- oder Wandverkleidungen eingesetzt.

Lärchenholz

Die Lärche

Die Tanne oder Weisstanne: Ihre Eigenschaften und Verwendungszwecke ähneln denen der Fichte, weshalb sie im Holzfachhandel meistens im gleichen Sortiment angeboten werden. Das Tannenholz unterscheidet sich jedoch in einigen feinen Einzelheiten von der ihr nah verwandten Fichte. Grundsätzlich lässt sich Tannenholz zu den gleichen baulichen Zwecken einsetzen wie Fichtenholz. Tannenholz ist jedoch feuchtigkeitsbeständiger als das Holz der Fichte. Sichtbare Konstruktionen aus Tannenholz wirken deshalb oft hochwertiger und sind unempfindlicher gegen alkalische als auch gegen säurehaltige Behandlungen. Der Vorteil der Tanne gegenüber der Fichte ist, dass es zu keinem Harzaustritt kommen kann. Die Tanne besitzt nämlich keine Harzkanäle. Deswegen ist das Holz der Tanne auch im Einsatz bei kontaktintensiven Möbeln, wie Stühlen und Tischen, das gefragtere Holz. Generell sprechen die qualitativen Eigenschaften wohl für die Tanne, der Preis sicherlich für die Fichte.

Tannenholz

Gerne berate ich sie in der Auswahl des für sie passenden Holzes. Nehmen Sie doch einfach unverbindlich mit mir Kontakt auf.

2 Kommentare
  1. A. Mantl says:

    Muss ich, bzw. ist es ratsam abgeschliffene Fichtenbretter im Innenbereich ( Treppengeländer ) nachzubehandeln oder kann ich sie auch roh fein geschliffen lassen?

    Vielen Dank für Ihre Info und freundliche Grüsse aus Tirol

    Antworten
    • Quirin Schächle says:

      Guten Tag

      Wenn Sie das Fichtenholz nur schleifen und nicht behandeln dann wir es sehr schnell wieder dunkler werden.
      Was ich zur behandlung verwenden würde ist entweder weisse Naturseife oder Holzölwachs naturweiss von der Firma complex aus dem Tirol.

      Mit Gruss
      Quirin

      Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.