Waldgold – Medizin der Bäume

Baumharz brandmalDer Begriff „Hausmittel“ wird gern mit wenig effektiven Behandlungsmöglichkeiten für Symptome aller Art assoziiert. Faktisch gesehen ein falsches Vorurteil, bietet die Natur – richtig angewandt – doch zumeist die beste Alternative.

Entzündungshemmend, antimikrobiell (Bakterien, Viren, Pilze) und Wunden schliessend. Die Rede ist nicht von einer kompliziert produzierten Wundcreme, sondern von einer Pechsalbe.
Diese machen wir am besten aus einer Mischung von alt- und frischem Harz. Ein Spaziergang reicht um mühelos zahlreiche vertrocknete Baumharzkrusten zu finden. Kleinere Verunreinigungen wie Rindenstücke machen nichts, was das ‚Pflücken‘ noch einfacher gestaltet.

Dieses wird dann einfach im Wasserbad verflüssigt, gereinigt und gesiebt.
Bei jungem Harz dagegen wird schräg nach unten zur Stammmitte gerichtet, mit einem ca. 3cm Durchmesser gebohrt.
Dieses Loch dann mit einem eingefetteten Holzkorken verschliessen. Bricht der Winter herein, findet man hinter besagtem Bohrloch nun wertvolles, junges Harz.
Darauf folgt das reinigende Wasserbad.Klebriges Harz lässt sich am besten mit Fett von Haut und Kleidung entfernen. Durch präventives Auftragen von Fett ist später das Reinigen wesentlich einfacher und es wird lediglich Seife benötigt.

Pechsalben Rezept:

  • 200g Bioolivenöl
  • 40 g Bienenwachs sowie
  • 60g Lärchen und Fichtenharz (Verhältnis 2:1)

Altes und neues Harz 1:1 mischen, Olivenöl lauwarm erhitzen und das Baumharz darin schmelzen.
Eventuelle Verunreinigungen sammeln sich am Boden, diese dann absieben. Das Ganze anschliessend mit Bienenöl in einem Glas mixen.

Anwendung in Wundversorgung, bei Hautirritationen, kalten Füssen, Entzündungen (besonders Gelenke) sowie als intensivierte Heilsalbe bei vorherigem Ansetzen des Olivenöls mit Kräutern. (Lange in der Sonne stehen lassen)

Sprechen sie die Anwendung mit ihrem Arzt ab.

Quelle: Die sanfte Medizin der Bäume: Gesund leben mit altem und neuem Wissen. Ein Buch von Maximilian Moser & Erwin Thoma